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Die Bartagame

Unser liebster Wohnzimmerdrache


Das ist eine unserer Bartagamen, die seit Juli 2008 bei uns leben.

Wir kauften uns ursprünglich zwei Jungtiere, denn leider hat uns der Verkäufer, der, wie man es beinahe überall sieht, die Bartagamen zusammen in einem Terrarium hielt, nicht mitgeteilt, dass diese Tiere mehr oder weniger Einzelgänger sind (Kleine Anmerkung: an diesem Thema scheiden sich scheinbar die Geister).

Es kann zwar sein, dass sich die Echsen akzeptieren, wenn man aber Pech hat führt das Zusammenleben von 2 oder mehr Tieren zu heftigen Aggressionen und Dauerstress, gerade dann, wenn sie in zu kleinen Terrarien gehalten werden.

Da sich unsere Beiden plötzlich immer öfter durch agressives Kopfnicken und Beißereien versuchten zu verjagen, haben wir uns entschlossen eines der Tiere an einen sehr guten Freund abzugeben, sollte es sich in dem neuen, grösseren Terrarium nicht um einiges bessern. Zur Zeit klappt es glücklicherweise ganz gut und wir hoffen dass es so bleibt.

Tabelle der wichtigsten Infos
Die Mindestmaße für ein Bartagamenterrarium sind laut einiger Quellen um die 125 cm × 100 cm × 75 cm (LxBxH), unser neues Terra dagegen ist 200 cm x 60 cm x 100 cm gross. Solche grossen Terrarien wird man kaum im normalen Zoohandel finden, aber man kann solche als Bausatz z.B. im Internet bestellen. Wir haben für unser Schmuckstück ungefähr 180 € incl. Versand bezahlt.

Als Licht- und Wärmequellen dienen uns zwei Exoterra 2.0 Röhren mit je 40 Watt, eine Metalldampflampe "Bright Sun UV" mit 70 Watt der Marke "Lucky Reptile" und eine Rotlichtlampe. Wichtig ist für die Tiere nicht nur die Wärme, die an Sonnenplätzen bei 45°C und an kühlster Stelle um die 25°C liegen soll, sondern auch die Aufnahme von UVA und UVB Strahlen. Die Luftfeuchtigkeit soll tagsüber 30 bis 40 und nachts 50 bis 60% betragen.

Zwei hohle Baumstämme bieten Versteckmöglichkeiten und mehrere dicke Äste, sowie ein großer Stein dienen dem Tier als Sonnenplätze. Als Bodengrund verwenden wir lehmhaltigen Terrariensand und um alles noch ein wenig netter zu gestalten haben wir einige Pflanzen aus Kunststoff integriert, denn echte Pflanzen hat die Barti zum Fressen gern.

Unsere Bartagame bekommt ergänzend zu ihrem Futter immer etwas geriebene Sepiaschale bereitgestellt, von der sie bei Bedarf fressen kann um einen Mangel an Kalcium vorzubeugen.

Die Bartagamen ändern im Laufe ihres Lebens ihre Fressgewohnheiten. Während Jungtiere sich noch hauptsächlich von Insekten wie Heimchen, Heuschrecken, Motten, usw. ernähren, bekommen erwachsene Tiere fast nurnoch vegetarische Kost. Besonders beliebt ist Löwenzahn, Vogelmiere, Ruccolasalat, Klee, Melone, kleingeschnippelte Zucchini, geraspelte Möhre, Brennessel, Himbeer-, Brombeer- und Erdbeerblätter sowie deren Beeren, Gänseblümchen, Keimlinge, Stiefmütterchen, Rosenblätter und -blüten, Veilchen, Kürbis ohne Schale, Mango, Papaya, Weinblätter, Paprika,... Ab und zu gibt es in geringen Mengen auch mal Kräuter wie Petersilie, Basilikum Salbei oder Oregano und ein bisschen Obst, wie Banane, Apfelstückchen oder Birne.

Folgendes ist für die Tiere völlig ungeeignet und darf nicht verfüttert werden:

Zitrusfrüchte, Brot, Butterblumen, Efeu, Getreide, Reis, Nudeln, Gras, Kartoffeln, Kartoffel- und Tomatenblätter, Kohlrabi, Kohl, Mistel, Hanf, Obstkerne, Oliven, Pilze, Raps, Rhabarber, Sauerampfer, Spinat, Stechapfel, Steinobst, Yuccapalmen, Zitrusfrüchte

Zusammenfassung der wichtigsten Infos

Herkunft: Australien
Grösse: Körperlänge 25cm, Schwanz ca. 30cm
Aussehen: Unter Kopf und Kinn hat die Bartagame einen Hautsack der bei Revierkämpfen oder auch in der Paarungszeit aufgestellt werden kann und sich bei Aufregung schwarz färbt.
Lebensdauer: 15 (?) Jahre
Geschlechtsreife: Meist ab 1 Jahr, selten auch früher
Sozialverhalten: Einzelgänger, man kann sie bei ausreichend Platz auch mit mehreren Tieren halten, wobei man ein Männchen zu mehreren Weibchen setzen sollte.
Aktivitätsphase Tagaktiv
Besonderheit: Wechselwarm
Unterbringung: Terrarium mindestens 125x100x75cm (LxBxH), größer ist besser!!!
Einrichtung: Dicke Äste, erhöhte Liegeflächen, Höhlen, Wurzeln, ungiftige Pflanzen (werden allerdings angefressen), Hygro- und Thermometer
Bodengrund: Lehmhaltiger Sand aus der Zoohandlung oder selbst gemischt mit Spielsand
Licht: Z.B. T5 Leuchtröhre, HQI/HCI-Strahler
UV-Versorgung: Sehr Wichtig zur Vitamin-D3-bildung ist die UVA und UVB-Bestrahlung!

Z.B. Lucky Reptile Bright Sun UV Desert, T-Rex UV Heat, oder ähnliche

Temperatur & Luftfeuchtigkeit: 25°C bis 45°C werden durch Spotstrahler erzeugt. Die Wattzahlen der Strahler richten sich nach Größe und Einrichtung des Terrariums.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei 30-40% und nachts bei 50-60% liegen.

Ernährung: Gemüse:

Basilikumblättchen, Chicoree, Fenchel, Karotte (geraspelt), Keimlinge (z.B. Weizen- und Sojakeimlinge), Kleeblätter & -blüten, Kürbisblüten- und stücke, Lauch, Löwenzahn, Paprika (in dünne Streifen geschnitten), Petersilie, Salate (außer Kopfsalat), Sellerie (fein geraspelt), Spinat, Spitzwegerichblätter, Tomatenstücke (ohne Stengelansatz), Vogelmiere, Zucchini (geraspelt)

Obst:

Mangostückchen, Melonenstückchen, Apfel (geraspelt), Aprikosenstückchen, Mirabelle, Birnenstückchen, Stachelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Kirschen ohne Steine, Nektarinenstückchen, Papaya, Pfirsichscheibchen, Pflaumen ohne Steine, Weintrauben

Lebendfutter:

Schaben, Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Wachsmottenlarven,...

Mäuse- und Rattenbabys nur äußerst selten bei durch Krankheit abgemagerten oder trächtigen Bartagamen, sonst nicht!

Nahrungsergänzung:

Man kann statt teurer Ergänzungsfuttermittel ganz einfache Sepiaschale über das Futter reiben.

Wasser: Sollte zur Verfügung stehen. Man kann hierfür auch dekorative Sprudelsteine nehmen, die aber täglich gereinigt werden müssen.
Überwinterung: Eine Winterruhe erhöht das Lebensalter der Agamen. Hierzu sollte eine Woche vorher der Kot der Bartagamen von einem fachkundigen Tierarzt untersucht werden um zu gewährleisten, dass die Tiere gesund sind. Man stellt eine Woche vorher das Füttern ein, damit die Tiere ihren Darm vollständig entleeren. Temperatur und Beleuchtung werden runtergefahren, bis sie nach zwei Wochen komplett aus sind. Die Temperatur sollte auf ca. 16-19°C absinken damit die Tiere ruhen können. Nach 2 Monaten wird das Licht und die Beheizung innerhalb von zwei Wochen langsam wieder hochgefahren. Erst danach solte wieder gefüttert werden, denn vorher arbeitet der Stoffwechsel der Bartis nicht richtig.

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Sämtliche Fotografien dieser Internetseite unterliegen dem Urheberrecht von Sandra Kaltofen. Bei Interesse an der Nutzung dieser Bilder nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.


Aufgeschnapptes "Expertenwissen"

"Die Bartagamen mögen das nicht so warm. Die liegen immer da unten im Schatten weils da ja kühler ist..."
(In dem für Baumbewohner eingerichteten Terrarium (geschätzte 150x60cm) mit nur einer Wärme- und einer UV-Lampe in ca. 1,80m Höhe lebten 5 Tiere zusammen. Auf die Idee, dass die kleineren Tiere unterdrückt würden und die beiden Ranghöheren sie nicht an den begehrten Sonnenplatz lassen ist leider niemand gekommen.)

"Wenn die einmal Blut geleckt haben, kann man die nicht mehr anpacken, da muss man vorsichtig sein..."
(Klar, sie werden dann zu alles vernichtenden Bestien!)

"Mehlwürmer darf man nicht verfüttern, die fressen sich durch den Magen nach aussen..."
(Mehlwürmer darf man schon verfüttern, allerdings nur als Leckerlie oder zum Päppeln, weil sie sehr fetthaltig sind!)

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Reptilien